
Ein Weg voller Rituale, Liebe und Hoffnung
Rituale, Liebe und Hoffnung
Liebe Sternenmamas,
es gibt keine Worte, die den Schmerz über den Verlust eines Kindes auch nur annähernd beschreiben könnten. Es ist ein Gefühl, das tiefer geht als alles andere, und wenn man sein Kind verliert, selbst ein Sternenkind, bricht eine Welt zusammen. Auch wir mussten diesen Weg gehen, als wir unseren Sohn Casper verloren haben. Der Schmerz war überwältigend, doch wir wollten und mussten einen Weg finden, um mit dem Verlust umzugehen, ohne daran zu zerbrechen.
Wir haben angefangen, Rituale zu schaffen, die uns täglich daran erinnern, dass wir zwei Kinder haben. Eines, das hier bei uns auf der Erde lebt, und eines, das im Himmel auf uns wartet – unser kleiner Casper. Diese Rituale geben uns Trost und helfen uns, Casper nah zu fühlen, obwohl wir ihn nicht mehr berühren können. Heute möchten wir unsere Erfahrungen mit euch teilen, in der Hoffnung, dass sie vielleicht auch euch etwas Trost schenken und euch ermutigen, eigene Rituale zu finden, die euch helfen, diesen schmerzhaften Verlust zu verarbeiten.
Der Ort, an dem wir Casper finden
Für uns war von Anfang an klar: Casper sollte nicht in einem Sternengrab mit anderen Kindern beerdigt werden. Wir wollten, dass er in unserer Nähe bleibt. Wir haben ein Familiengrab gekauft, das nicht weit von unserem Zuhause entfernt ist, und wir finden Trost in dem Gedanken, dass wir eines Tages alle zusammen dort sein werden. Jeden Abend gehen wir als Familie dorthin, jeder mit seiner kleinen Gießkanne, um die Blumen zu gießen und Casper eine gute Nacht zu wünschen. Diese Routine hat nicht nur uns geholfen, sondern auch unseren anderen Sohn sanft an das Thema Tod herangeführt. Es hat uns gezeigt, dass man über den Tod sprechen darf, dass es kein Tabu sein muss.
Eine Blumenwiese für Casper
Caspers Grab ist für uns kein typisches Grab. Wir wollten, dass es ein Ort der Schönheit und des Lebens ist – eine Blumenwiese, die farbenfroh blüht. Wir haben begonnen, die gleichen Blumen, die auf Caspers Grab wachsen, auch in unserem Garten zu pflanzen. Lavendel und Kamille sind für uns besondere Pflanzen. Der Lavendel beruhigt uns, während die Kamille mit ihrer heilenden Kraft Trost schenkt. Diese Verbindung, die wir durch die Blumen geschaffen haben, gibt uns das Gefühl, dass Casper in unserem Leben präsent bleibt – nicht nur auf dem Friedhof, sondern auch in unserem Zuhause.
Erinnerungen in Bildern
Als uns angeboten wurde, eine Sternenfotografin zu holen, um Bilder von Casper zu machen, war mein erster Impuls, dies abzulehnen. Es fühlte sich seltsam und zu schmerzhaft an, Bilder von einem Kind zu machen, das nicht nach Hause kommen würde. Doch nachdem unsere Hebamme uns ermutigt hatte, darüber nachzudenken, habe ich mich anders entschieden – und heute bin ich so dankbar dafür. Die Fotos von Casper sind kostbare Erinnerungen. Sie geben mir die Möglichkeit, sein kleines Gesicht immer wiederzusehen und mich an ihn zu erinnern, so oft ich möchte. Diese Bilder sind ein Teil meiner Geschichte und eine bleibende Erinnerung an die Zeit, die ich mit unserem Sohn hatte.
Symbole der Erinnerung
Symbole haben für uns eine ganz besondere Bedeutung. Für Casper haben wir den Schmetterling gewählt, der mit seinen zarten Flügeln und seiner zerbrechlichen Schönheit perfekt zu ihm passt. Auch die Kamille ist ein Symbol, das uns mit ihm verbindet. Diese beiden Symbole finden sich nicht nur auf Caspers Grab, sondern auch in unserem Zuhause wieder. Künstliche Schmetterlinge schmücken den Garten, Kamillenblumen in Vasen erinnern uns täglich daran, dass Casper immer bei uns ist, auch wenn wir ihn nicht sehen oder berühren können.
Die kleine Decke
Während der Tage zwischen Caspers Geburt und seiner Beerdigung dachten wir lange darüber nach, was wir ihm auf seinem Weg mitgeben könnten. Schließlich entschieden wir uns für eine kleine Decke, die wir mit einem speziellen Muster bedrucken ließen. Die gleiche Decke haben wir auch zu Hause behalten. Sie ist ein Symbol der Verbundenheit und der Liebe, die niemals vergeht. Immer, wenn wir die Decke ansehen oder sie in die Hand nehmen, fühlen wir uns Casper ein Stückchen näher.
Dankbarkeit statt Wut
Viele Menschen haben mich gefragt, ob ich wütend bin oder mir Vorwürfe mache. Aber die Wahrheit ist: Nein, ich bin nicht wütend. Ich gebe mir keine Schuld für das, was passiert ist. Die Natur geht ihren eigenen Weg, und ich musste lernen, das zu akzeptieren. Natürlich gibt es Momente, in denen Trauer und Schmerz überwältigend sind, aber ich habe es geschafft, die Wut in Dankbarkeit zu verwandeln. Dankbarkeit dafür, dass ich die Ehre hatte, Caspers Mama zu sein, auch wenn unsere gemeinsame Zeit nur sehr kurz war. Diese Dankbarkeit hilft mir, den Verlust zu tragen und nicht daran zu zerbrechen.
Abschied nehmen
Nicht alle Eltern haben die Möglichkeit, sich von ihrem Sternenkind zu verabschieden. Für viele geschieht der Verlust zu einem Zeitpunkt, an dem eine Beerdigung oder ein Abschiedsritual nicht möglich sind. Doch auch wenn es keinen Ort oder keine Zeremonie gibt, kann es heilsam sein, für sich selbst einen symbolischen Abschied zu gestalten. Ein kleiner Moment der Stille, ein Gegenstand, der dich an dein Kind erinnert, oder ein Brief, den du an dein Baby schreibst – all das kann helfen, eine Verbindung aufrechtzuerhalten. Es ist wichtig, Rituale zu finden, die den Schmerz erträglicher machen und die Erinnerung lebendig halten. Denn auch wenn dein Sternenkind vielleicht nie physisch bei dir war, ist es ein Teil von dir, und das wird es immer bleiben.
Hoffnung am Ende des Weges
Trotz des tiefen Schmerzes, den ich durch Caspers Verlust erfahren habe, habe ich gelernt, dass es immer Hoffnung gibt. Casper hat mein Leben für immer verändert. Er hat mich gelehrt, das Leben mit mehr Tiefe und Dankbarkeit zu betrachten. Der Verlust hat meinen Blick auf vieles gewandelt – meine Beziehungen, meine Prioritäten, meine Art, die Welt zu sehen. Caspers kurze Zeit auf dieser Welt hatte eine tiefere Bedeutung, auch wenn es manchmal schwer zu verstehen ist. Ich glaube fest daran, dass er mir eine besondere Aufgabe mit auf den Weg gegeben hat: die Liebe, die ich für ihn empfinde, in die Welt zu tragen und anderen Eltern Mut und Trost zu spenden. Und in dieser Hoffnung finde ich die Kraft, weiterzumachen und den Schmerz zu tragen – immer mit dem Gedanken, dass Casper auf seine eigene Weise bei mir ist.
Mit Liebe und Mitgefühl
Casper’s Mama
Dein sicherer Raum
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